Mittwoch, 27. Januar 2021

Die starke Frau hinter den Kulissen

jana intOhne sie geht (fast) nichts bei Germania! Heute sprechen wir mit unserer Geschäftsführerin Jana Geißler-Möbius.

Hallo Jana, du kommst aus einer Fußball begeisterten Familie. Dein Vater, Bubi Geißler und dein Bruder Dirk waren viele Jahrzehnte selber Spieler bei Germania Roßlau. Zudem bist Du mit Gerd Möbius, unserem heutigen Vereinsvorsitzenden und ehemaligen Torjäger verheiratet. Seit 2018 bist Du als Geschäftsführerin bei Germania aktiv.

Jana, interessierst du dich überhaupt für Fußball?

Ich kann sagen, ich habe das Gen quasi als Baby eingehaucht und nie wieder ausgehaucht. Ob als Tochter auf dem Fußballplatz, als Groupie der A Jugend-Jungs meiner Jugendzeit oder später als Spieler-/Trainerfrau an Gerd`s Seite. Ob Motor Ost oder Germania der Elbesportpark war immer meine Heimat und ich habe oftmals beim Jubeln oder Schimpfen am Spielfeldrand meine Stimmbänder gereizt.

Würdest du denn von dir selbst sagen, dass du Ahnung vom Fußball hast?

Na klar, wenn man mit 3 Männern – Vater, Bruder und Mann – in der Familie aufwächst und zusammenlebt, dann kennt man alles! Sogar die Abseitsregel habe ich schon zeitig beherrscht.

Wie kam es, dass Du zur Geschäftsführerin bei Germania gekommen bist und bereust Du diesen Schritt?

Ich habe Gerd immer hinter den Kulissen unterstützt. Ich glaube, ohne meinen Rückhalt hätte er vieles nicht verwirklichen können. In seiner Leidenschaft stand ich ihm nie nach. In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen an die Vereine formal drastisch verändert. Die Geschäfte verlangen dem Ehrenamt viel ab, das ist mit einem Wirtschaftsunternehmen gleich zu setzen. Das denke ich, ist meine Stärke. Und um vor allem hierbei Gerd und den anderen Männern den Freiraum zu geben, sich auf viele andere wichtige Themen zu konzentrieren, habe ich dann todesmutig zur Wahl meinen Finger gehoben. Bereuen nein, das kann ich nicht sagen! Ich bin schon extrem stolz, was wir in den letzten Jahren geschaffen haben und dass ich ein Teil davon war. Ärgern ja, über Bürokratismus, Willkür und viele unnötige Steine, die ich während meiner Freizeit (Schließlich habe ich ja einen anderen Vollzeit-Job, der mich auch fordert!) so wegbewegen muss.

Du bist mit unserem Vorsitzenden Gerd verheiratet. Ist das Thema Germania Roßlau zuhause sehr präsent oder könnt Ihr das klar trennen?

Da würde unsere wunderbare Tochter Carlotta sagen: Nein, das geht schon beim Frühstück morgens los. Das lässt sich für uns nicht trennen und wir empfinden auch unseren kurzen Abstimmungsweg oftmals sehr erleichternd. Aber logisch, wir sind auch nicht immer einer Meinung, gehen Sachen sehr unterschiedlich an, das hat auch mal ein wenig Sprengstoff im Familien-Alltag. Aber wir sind ja weiter verheiratet, passt also.

Welchen Schwierigkeiten und Problemen begegnen Dir am meisten bei diesem Ehrenamt?

Ich erlebe das Ehrenamt politisch immer laut gewürdigt auf Veranstaltungen, jedoch in der Alltagspraxis ist die Wahrnehmung eine andere. In der Gesellschaft entsteht vielfach durch Vereine der Zusammenhalt, das Miteinander, das Heimatgefühl … aber die Gesellschaft in Form der Politik gibt nur dezent dafür etwas aus. Ich weiß nicht, wie viele Förderanträge ich in diesem Jahr gestellt habe. Ganze Ordner habe ich mit Papier gefüllt, damit unser Verein wieder Ausrüstung kaufen, Sanierungen vornehmen kann auf dem großen Gelände, welches alleine nur durch den Verein bewirtschaftet wird und keinen städtischen Betreiber hat. Für diese Thematik würden sich sicher viele andere Vereine auch weniger Misstrauen, dafür mehr Unterstützung und Pauschalisierung wünschen.

Was siehst Du als die größten Erfolge bzw. Meilensteine in der jüngeren Vereinsgeschichte des Vereins?

Das kann ich gar nicht fokussieren, wir haben irre viel bewegt in den letzten Jahren. Unsere sportlichen Siege und Pokale kann ich nicht zählen. Was ich am schönsten finde, ist unsere Stabilität an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Wenn unsere Kinder auf dem Sportplatz quirlig umher flitzen oder wir mit 80 Kindern unser Trainingslager umsetzen, dann geht mir das Herz auf und das macht es für mich aus – die Menschen, die Germanen, ob klein oder groß … das sind unsere Erfolge! Als voriges Jahr auf dem Umzug zum Schifferfest unsere Nachwuchsabteilung gleichzeitig aus voller Kehle „Germania 08 Roßlau“ schrie, da hatte ich Gänsehaut.

Welche Ziele hast Du kurz- und langfristig mit dem Verein?

Ziele … langfristig, dafür sind „meine“ 10 Männer in unserem tollen Vorstand zuständig. Visionen werden in den Sitzungen diskutiert, ein 4. Trainingsplatz, eine schicke Tribüne oder ein blau-weißer Vereinsbus. Und dann komme ich pragmatisch und im Hier und Jetzt: Was ist machbar, was können wir uns leisten? Dann bleiben mittelfristig eher bescheidenere Ziele. Ich wünsche mir vor allem (Ist ja auch bald Weihnachten!), dass es uns allen gelingt in der Germania Familie weiter so stabil zu arbeiten und das noch mehr jüngere Mitglieder aktiver mitwirken – jede/r an der richtigen Stelle. Dann haben wir eine große Chance auch für unser Roßlau die nächsten Jahre unsere Vereinstraditionen zu verwirklichen.

Wie stehst Du zur aktuellen Lage und die Situation rund um die Corona-Pandemie?

Wir haben als Verein hier nicht anders als viele unsere Verantwortung zu tragen. Ich denke, wir haben bewiesen, dass wir mit unserem Hygienekonzept jederzeit flexibel auf alle Eventualitäten reagieren können. Nun bleibt abzuwarten, ob wir es alle hinkriegen, dass der aktuelle Shutdown bald in 2021 vorbei ist und von allen der ersehnte Spiel- und Trainingsbetrieb anrollen könnte. Aber klar ist, die Gesundheit aller steht an erster Stelle.

Wenn Dir plötzlich ein unbekannter Sponsor 1.000.000 € für den Verein zur Verfügung stellen würde, was würdest Du damit tun?

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen und alle um Vorschläge bitten, wofür wir das Geld ausgeben sollten. Ich denke, da gibt es bei unseren Sportler*innen sicher tolle Ideen!

Vielen lieben Dank Jana.


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